Blog von Frank Vohle

Frühjahrssitzung

Am 2. April haben sich Beirat und Vorstand von Ö & B zur Frühjahrssitzung getroffen. Neben den formalen Punkten die ein Vereinsleben numal so mitbringt, haben wir u.a. intensiv über sog. Orientierungen gesprochen. Orientierung sind Marker, die zwischen dem abstrakten Vereinsclaim "Ökonomie und Bildung" und den konkreten Projekten vermitteln. Schließlich haben wir uns auf eine Perspektive (Agenda) geeinigt: 2008 soll ganz unter folgenden Stern stehen: "Die Ökonomisierung der Bildung - ökonomisch!" Geplant sind drei Serien aus den Bereichen Kindergarten, Schule und Hochschule.

2007: Der Wertbeitrag des "Nichtmeßbaren" - erste Tagungseindrücke

Am 29.03.2007 haben wir erfolgreich unsere Tagung "Der Wertbeitrag des Nicht-Meßbaren am Unternehmenserfolg" zusammen mit dem ZWW der Universität Augsburg und der Schick + Partner Agentur für Unternehmenskommunikation durchgeführt. Mit 31 Teilnehmern/innen war es kleiner aber wie ich finde feiner Kreis. Den Eröffnungsvortrag hielt Herr Pachali von der WEFRA Werbeagentur GWA. Mit seinen grundsätzlichen, kurzweiligen und stellenweise auch streitbaren Referat nahm er die Kreativität (als Synonym für geistige Wertschöpfung) vor aller Quantifizierung und Kontrollmentalität in Schutz. Aus der Binnenperspektive eines Agenturchefs zeigte er auf, wie schwierig es ist, mit dem Nicht-Meßbaren (Kreativität) in ein planendes Verhältnis zu treten.

Danach folgte die Podiumsdiskussion, die Dr. Schick sehr geschickt ;-) moderierte. Im Kern drehte sich die Diskussion um das Thema "Führungskultur und Mut" (z.B. Meinert, Siemens AG). Genau hier sah man eine wichtige Bedingung für die Entwicklung des Nicht-Meßbaren, was im weitesten Sinne mit soft skills und Unternehmenskultur gleichgesetzt wurde. Ebenso kristallisierte sich ein "sowohl als auch" unterscheidlicher Kontroll- und Feedbackmaßnahmen heraus, denn für bestimmte Problemstellungen im Unternehmen sei ein "Zahlenwerk" einfach die notwendige Bedingung für die Durchsetzung von Ideen (z.B. Sedmayer, KVV).

Am Nachmittag fanden drei Workshops statt, in denen in unterscheidlichen Gruppen intensiver über bestimmte Aspkte zum Thema diskutiert wurde. In einer abschließenden Plenumsrunde wurde gefragt, welche Erkenntnisse und Transferideen sich aus dem Tag ergeben hätten. Neben positiven Einschätzungen (" ...ich werde ein neuer Controller") gab es natürlich auch kritische Stimmen. Nicht jeder konnte mit der grundsätzlichen Perspektive auf das Thema etwas anfangen, einige erhofften sich konkrete Werkzeuge zur Messung des "Nicht-Meßbaren". Unterm Strich zeigte sich für mich eines ganz sicher: man wird das Problem der "getrennten Welten" zwischen Controllern und Personalern etc. nur gemeinsam angehen können. Zu den wichtigsten Hausaufgaben der Personaler gehört für mich, dass sie lernen, wie die Controller "ticken", d.h. welche Sprache sie sprechen und welche Werte sich tatsächlich dahinter verbergen. Es gilt einen gemeinsamen Sprachraum für das zu entwickeln, was man bisher eben mit dem Begriff des "Nicht-Meßbaren" bezeichnet hat. Irgendwie waren sich alle Teilnehmer einig darin, dass das Nicht-Meßbare wichtig ist, man sprach gar von Seele. Ein Teilnehmer sagte am Ende, dass wir noch nicht soweit sind, um mit diesem Thema adäquat umzugehen. Zu hoffen bleibt, dass alle Teilnehmer mit der Mess-Metapher distanzierter umgehen, d.h. deren Nutzen aber auch deren Grenzen bei allen Interpretationen im Blick haben.

Controlling von Kommunikation, Wissen, Bildung?!

Am 29.03.2007 veranstalten wir zusammen mit dem Zentrum für Wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Augsburg (ZWW) und der Schick & Partner Agentur eine Tagung mit dem Titel: "Der Wertbeitrag des 'Nicht-Meßbaren' am Unternehmenserfolg". Alles weitere können Sie dem Tagungsflyer im Anhang entnehmen.

Kreativität: GMW 2007

In diesem Jahr wird sich unser Verein wieder an der GMW Tagung, dieses mal in Hamburg, beteiligen. Ähnlich wie in Zürich werden wir versuchen, eine engagierte Streitrunde zum Leitthema „Studieren neu erfinden – Hochschule neu denken“ zu organisieren. Aus der Vereinsperspektive ist dieses Thema interessant, weil die Begriffe „erfinden, Kreativität zeigen, neu denken“ einerseits anschlussfähig an die Forderungen der Wirtschaft sind, und weil damit andererseits die Frage auftaucht, welche Formen und Ausmaße von Kreativität damit gemeint sind.

Finanzkompetenz

Heute wurde ich erstmals durch einen Radiobeitrag auf das Thema "Finanzkompetenz" aufmerksam. Hintergrund: "In den letzten Jahren kann eine stetig wachsende Verschuldung bei jungen Erwachsenen festgestellt werden. Großen Konsumwünschen von Kindern und Jugendlichen steht dabei deren fehlende Finanzkompetenz gegenüber. Schule hat deshalb zunehmend die Aufgabe, Schülerinnen und Schülern Lernangebote zum Erwerb von Finanz- und Konsumkompetenzen zu machen." Aus diesem Grund hat die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände eine Initiative (siehe auch hier ) gestartet, die sich diesem Problem zuwendet. Heute im Radiobeitrag wurde immer wieder auf die Bedeutung von "ökonomischen Wissen" hingewiesen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob der Mangel an Fachbegriffen und betriebswirtschaftlichen Konzepten für die angesprochene Problematik so leitend ist, ob das Problem nicht wesentlich komplexer ist. Sicherlich ein spannendes Thema für Ökonomie und Bildung ...

Bildung in der Wissensgesellschaft

Der Videobeitrag zeigt Prof. Dr. Liessmann im Interview von Sternstunden der Philosophie. "Wer Wissen managen will, ruiniert die Bildung". Mit dieser provokativen These eröffnet der Moderator das Gespräch. Es wird deutlich, dass Herr Liessmann zwischen Bildung und Qualifikation unterscheidet. Sein Bildungsbegriff bezieht sich auf W. v. Humboldt , dem es u.a. darum ging, dass der Mensch lernt "im Handeln freier zu werden" - inmitten des Kosmos der Zwänge. Ist eine solche Bildungsauffassung zu "ideal" oder abgehoben? Ist sie vielleicht sogar Grundlage des systematischen Missverstehens zwischen Vertretern der Bildung und denen der Wirtschaft? Oder ist eine solche Bildungsauffassung, welche die "Liebe zur Wissenschaft" ins Zentrum stellt, sogar nachhaltiger? Prof. Liessmann gibt interessante Anregungen ... hier geht es zum Videobeitrag .

Wissen und Eigentum

Besitzen Autoren ihre Werke? Ist Wissen ohne rechtlichen Schutz vermarktbar, verwertbar oder wertlos? Dieser Sammelband gibt in 15 Beiträgen einen Überblick über die sich wandelnde Beziehung zwischen Wissen und Eigentum. In so verschiedenen Bereichen wie der klassischen Musik, der traditionellen Heilkunde in Mexiko oder dem Handel mit den Adressdaten werden die Auswirkungen der Behandlung von Wissen als Eigentum anschaulich erläutert. Aktuell spiegelt sich das Thema wider in der Diskussion um das Urheber- und Patentrecht sowie bei Fragen des Markenschutzes. Hier geht es zum Download des Buches.

Wissensfabrik - Unternehmen für Deutschland

"Die Wissensfabrik engagiert sich bundesweit über ihre Mitgliedsfirmen in Bildungsprojekten sowie für Existenzgründer und Jungunternehmer. Das Ziel ist, den Standort Deutschland zukunftsfähiger zu machen und die nächste Generation fit für den globalen Wettbewerb." Ich möchte auf diese interessante Initiative im Schnittfeld von Ökonomie und Bildung hinweisen. Obwohl selber nicht "vermögend", hat dieser Verein schon in rel. kurzer Zeit eine Reihe größere Projekte initiieren können. Aus unserer Vereinsperspektive scheint mir interessant, mit welchem Selbstverständnis von Bildung hier (erfolgreich) gearbeitet wird: Mehr Wissen, mehr Können, mehr Zukunft - so einer der Verdichtungen zur Wissensfabrik, die sich auf der Startseite findet. 

Bildung aus der Fabrik

AutoUni von Volkswagen, Hamburger University von McDonald’s – viele Firmen legen sich eigene Hochschulen zu. Hier geht es um zum Zeit-Artikel ...

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