"Ideenlose Hochschullehrer?" Panelbeitrag GMW 2007

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 Kreatives Lehren und Studieren unter „Bologna“-Bedingungen: Was ist nötig, um dies zu ermöglichen? Wie sollten Hochschulen auf die steigenden Erwartungen der Studierenden reagieren? Führen Social Software, Web 2.0 der Open Content zu einer Innovation der Lehre, oder braucht es dazu eine neue „Konvergenz-Kompetenz“ der Lehrenden und Studierenden? Was bringen die digitalen Medien für die Evaluation und Qualitätssicherung, die Administration und das Hochschulmarketing? Und welche neuen Services können durch Learning- und Campusanagement-Systeme realisiert werden?

Das sind einige Leitfragen, mit der sich die diesjährige GMW Tagung 2007 beschäftigen wird. Wer es genauer nachlesen will, der kann sich in der Einladung (siehe Anhang) genauer informieren. Unser Verein wird sich dieses Jahr an der Jahrestagung durch die Organisation und Durchführung der Paneldiskussion beteiligen (analog zur GMW Tagung 2006 in Zürich). Unter dem Titel "Ideenlose Hochschullehrer ?" werden sich fünf Vertreter unterschiedlicher Instutionen äußern. Wir wollen diese Vertreter im Folgenden kurz vorgestellen:

BaltisbergerProf. Dr. Matthias Baltisberger, Institut für Integrative Biologie der ETH Zürich
Matthias Baltisberger ist Leiter der Gruppe "Biosystematik und Sammlungen" (Institut für Integrative Biologie, ETH Zürich). Er studierte Biologie an der ETH Zürich, wo er 1976 sein Diplom machte und danach in systematischer Botanik promovierte. Nach Abschluss der Dissertation (1979) übernahm er Lehraufträge in systematischer Botanik sowie die kuratorielle Leitung des weltweit bedeutenden Herbars von Blütenpflanzen an der ETH Zürich. 1987 wurde ihm die Gesamtverantwortung für den Unterricht in systematischer Botanik an der ETH Zürich übertragen. 2003 wurde er zum Professor an der ETH Zürich ernannt. In seiner Forschung befasst er sich mit Evolutionsvorgängen innerhalb verschiedener Gruppen von Blütenpflanzen mit alpiner Verbreitung. Zu einem wichtigen Gebiet wurde die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien unter Anwendung neuer Medien. Er ist Dozent in systematischer und ökologischer Botanik (Bachelor- und Masterstufe sowie Doktoratsstudium) und Fachberater der Fachrichtung Ökologie und Evolution des Departements Biologie.

CarstensenDoris Carstensen, Donau-Universität Krems
1993 entließ die Universität Hamburg eine weitere Geisteswissenschaftlerin namens Doris Carstensen nach vielen Jahren aus dem Studium der Fächer Germanistik und Geschichte mit dem Abschluss Magister. Das Motto dieser Generation in diesen Fä-chern lautete: Wir haben keine Chance, nutzen wir sie! Für Doris Carstensen ergab sich diese Chance an ihrer eigenen Universität, die sie 1994 mit der Koordination der internen und externen Evaluation betraute. Qualität an Universitäten wurde in den folgenden Jahren zu einer zentralen Frage in der Karriere von Doris Carstensen. Verfahren der Qualitätssicherung, Veränderungen und Organisationsentwicklung von Universitäten, E-Learning und der Bologna Prozess, Stabilität und Wandel haben sich über die Jahre rund um dieses Thema angesiedelt. Ihre beruflichen und geographischen Stationen folgen einem Weg vom Norden Deutschlands (Hamburg und Hannover) über die Universität Dortmund nach Österreich an die Universitäten Graz und Krems. Ab dem 1.10.2007 ist Doris Carstensen Vizerektorin für Qualitätsmanagement, Personalentwicklung und Gender Mainstreaming an der Universität für Mu-sik und Darstellende Kunst in Graz.

GlaserDr. Dr. Christoph Glaser, geschäftsführender Vorstand der Eberhard von Kuenheim Stiftung, Stiftung der BMW AG, München
Christoph Glaser studierte Medizin und Philosophie in München. Um neben seiner Forschungstätigkeit in der klinischen Neurophysiologie Erfahrungen in operativen Gebieten sammeln zu können, die über den Alltag in deutschen Kliniken hinausge-hen, arbeitete er nach Abschluss des Studiums an Universitätskliniken in Indien, China und Südafrika. Zurück in Deutschland begann er eine zweite Promotion über das Rezeptbuch des Universalgelehrten „Müllner Peter“ aus Sachrang. Um seine Arbeit zu finanzieren, jobbte er in der Kommunikationsabteilung der BMW AG. Ein Jahr später war er Referent Kommunikation für den damaligen Vorsitzenden des Aufsichtsrates der BMW AG, Eberhard v. Kuenheim. Mit Gründung der Eberhard von Kuenheim Stiftung, Stiftung der BMW AG, wurde er im Jahr 2000 zum geschäftsführenden Vorstand berufen. Die Stiftung hat es sich zum Ziel gemacht, in gesellschaftlichen Stillstandsgebieten – wie Bildung oder Arbeitsmarkt – für nachhaltige Bewegung zu sorgen. Unter dem Motto „Freude am neu:wagen“ initiiert und erprobt sie Pilotprojekte, die nach Abschluss von der gemeinnützigen Welt in die Marktwelt übertragen werden können. Neben seiner beruflichen Tätigkeit hat Christoph Glaser im vergangenen Jahr seine Arbeit über das Sachranger Rezeptbuch abgeschlossen und forscht nun weiter auf dem Gebiet der traditionellen Medizinen.

SchmidtDr. Ulrich Schmid, Geschäftsführer der Multimedia Kontor Hamburg gGmbH
Ulrich Schmid ist Geschäftsführer der Multimedia Kontor Hamburg gGmbH – einem gemeinsamen Unternehmen der sechs öffentlichen Hamburger Hochschulen. Das Multimedia Kontor mit seinen derzeit 14 Mitarbeitern unterstützt die hanseatischen Hochschulen in deren Aktivitäten zum Einsatz von IT in der Lehre (e-Learning) und im Management (e-Campus). Bevor Ulrich Schmid vor knapp fünf Jahren nach Hamburg wechselte, war er zunächst in einem IuK-Beratungsinstitut in Bonn tätig (empirica GmbH), später ging er als Bereichsleiter für IT und Medien zur der IHK Berlin. Ulrich Schmid ist studierter Politikwissenschaftler und gehört zu den ersten Absolventen des in den 90er Jahren neu geschaffenen Studiengangs “Diplom-Medienberatung” an der TU Berlin. Seine Dissertation, die er am Fachbereich Informatik der Uni Bremen anfertigte, befasste sich mit der Frage, weshalb ambitionierte IT-Projekte im „Public Sector“ so häufig scheitern – ein Thema, das kaum an Aktualität eingebüßt hat.

FiedlerSebastian Fiedler, Dipl.-Psych., Zentrum für Soziale Innovation (ZSI) Wien
Sebastian Fiedler arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Soziale Innovation (ZSI), einem wissenschaftlichen Non Profit-Institut in Wien. Er studierte Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg und der University of Wales in Cardiff sowie Instructional Design & Technology an der University of Georgia, USA. Zudem arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Learning Performance Support Lab der University of Georgia, als freier Berater für Human-Centred Design in der Industrie und als Lehrbeauftragter in der Medienpädagogik an der Universität Augsburg und der Universität Innsbruck. Sebastian Fiedler beschäftigt sich derzeit vornehmlich mit der technischen und konzeptionellen Unterstützung von Selbstorganisation und Selbststeuerung in formalen und informellen Bildungsprozessen. Seit 2000 exploriert er in diesem Zusammenhang das Potenzial von Werkzeugen und Praktiken, die im Umfeld des persönlichen und kollaborativen Web-Publishing (Weblogs, Wikis, Webfeeds) entstanden sind und zunehmend unter den Begriffen Social Software und Web 2.0 gehandelt werden.


 Moderation, Mario Heller, Berlin
Mario Heller weiß aus seiner eigenen Tätigkeit sehr genau, welche Herausforderungen damit einhergehen, wenn Bildungsinstitutionen sich neu erfinden müssen und die darin Tätigen gefragt sind, Bildung neu zu denken. Als Beauftragter des Generalsekretariates des DRK für Bildung arbeitet er derzeit an der Professionalisierung des verbandlichen Bildungsmanagements. Zudem leitet er die Konferenz der Bildungsverantwortlichen im DRK. Bereits in seiner vorherigen Tätigkeit für das Bildungswerk des DGB hat er als Projektleiter zahlreiche nationale und internationale Innovationsprojekte geleitet und als Referent der Geschäftsführung dessen strategische Neuausrichtung konzipiert. Eine in diesen Wandlungsprozessen gewonnenen Erfahrungen und Einsichten gibt der Sozial- und Kommunikationswissenschaftler regelmäßig im Rahmen von Lehraufträgen an der Universität Duisburg-Essen bzw. der Fachhochschule für Wirtschaft in Berlin an Studierende weiter.

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